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Über 100 Jahre Familienbesitz
Das heutige Gasthaus Wittenburg in Fissau wurde bereits 1838 erbaut. Seit
1853 wurden dort "Colonialwaren" verkauft. Im Jahre 1902 übernahm
Hermann Hopf das Haus. Er errichtete die ersten Fremdenzimmer. Ferner
waren hier die Poststelle, ein Kaufmannsladen, eine Kohlenhandlung und
ein Ausspann untergebracht. Bald wurde das beliebte Gasthaus zum Stammlokal
der Studenten des Technikums. Sie hatten hier ihre eigenen Krüge;
bei ihren Gelagen im Obergeschoss soll das Bier durch die Decke des heutigen
Gastraumes gelaufen sein. Die Zeit der studentischen Ausschweifungen ging
in Eutin etwa 1925 zu Ende.
Im Jahre 1928 übernahm Wilhelm Wittenburg das Haus, die Familie Hopf
ging aufs Altenteil. Das Gebäude wurde erneut umgebaut, der neu gestaltete
große Saal diente jetzt den verschiedensten Veranstaltungen. Die
Schweinsgilde, Sport- und Sparvereine tagten hier, zahlreiche Betriebsfeste
fanden statt. Die Musiker spielten auf der hölzernen Empore des Saales.
Während des 2. Weltkrieges musste die Wirtin den Betrieb allein weiterführen.
Unmittelbar nach dem Krieg waren in der Gaststätte englische Offiziere
untergebracht, die den Verbleib von Nazigrößen recherchierten.
Anschließend wurden im Gasthof zahlreiche Flüchtlinge untergebracht,
sogar der Saal war in Wohnabteilungen gegliedert. Auf klenen "Kochhexen",
die mit allem Brennbaren aus dem Haus angefeuert wurden, bereiteten die
Bewohner das Essen zu. In der Nachkriegszeit befand sich hier wieder ein
kleiner Laden, der mit all den Dingen handelte, die damals gefragt waren.
Auch der Gaststättenbetrieb begann neu, mit allen Einschrämkungen
der Mangelwirtschaft nach dem Krieg.
Im Jahre 1968 übernahm Klaus Wittenburg die Gaststätte. Er baute
erneut um, sodass das Gasthaus sein heutiges Aussehen erhielt. Seit Anfang
1991 ist die Wirtstochter Mareike Wittenburg bestrebt, das Gast- und Appartementhaus Wittenburg in alter Tradition und mit neuen Inhalten weiterzuführen. Die Wirtsmutter Hildeburg Wittenburg verstarb 1999, Klaus Wittenburg verstarb 2005.
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